Repertoire

Solo

Solo-Rezitals

Derzeitig im Programm, andere Programme oder Zusammenstellungen auf Anfrage.
Alle Rezitals sind sowohl auf einem modernen Flügel als auch auf einem historischen Instrument möglich.

I.

J.S. Bach: Die Goldbergvariationen

Die Goldbergvariationen begleiten Ragna Schirmer schon seit über dreißig Jahren. Neben einem vielgelobten CD-Debut aus dem Jahr 2000 sprechen die beiden Bachpreise 1992 und 1998 beim Internationalen Wettbewerb in Leipzig für die Beschäftigung der Pianistin mit Johann Sebastian Bach. Während der Corona-Krise, als eine maximale Zuhörerzahl von 30 Personen in Kirchen und Konzertsälen erlaubt war, etablierte Ragna Schirmer das Format “30 für 30” und spielte die 30 Goldbergvariationen in intimer Atmosphäre bis zu fünfmal am Tag. Einen Eindruck des Konzerts am 1.11.2020 erhalten Sie hier:

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II.

Madame Schumann

Der große Erfolg des Clara-Schumann-Jubiläums im Jahr 2019 ist ein Meilenstein der Auseinandersetzung von Ragna Schirmer mit der bedeutenden Musikerin des 19ten Jahrhunderts. Die Forschungsarbeit über Claras Original-Programme wurde mit dem Schumann-Preis der Stadt Zwickau geehrt und verstetigt sich auch weiterhin. Bei Interesse stellt Ragna Schirmer ein Programm speziell für den Konzertort mit den Werken zusammen, die Clara genau dort oder in der Region spielte.

III.

Ernestine

Ernestine von Fricken war von 1834 bis 1835 die heimliche Verlobte Robert Schumanns. Der Komponist und die Pianistin lernten sich beim Klavierlehrer Friedrich Wieck kennen, Vater der späteren Clara Schumann. Im Gegensatz zu der temperamentvollen und eigensinnigen Clara verkörperte Ernestine für Robert Schumann sein weibliches Idealbild: künstlerisch talentiert, pianistisch virtuos und dennoch sehr zurückhaltend und dem Manne dienend. “Sanft und ergeben” sei sie, schreibt er an die Mutter. Die zwar deutlich jüngere, aber frühreife Clara Wieck war eifersüchtig auf Ernestine und die ausstehende Hochzeit. In ihren Korrespondenzen mit ihren Freundinnen grollt sie, dass Robert schon das Hochzeitskleid gekauft habe. Ernestines Heimatstadt Asch verewigte Robert Schumann in seinem Carnaval op. 9: der für die Faszination von musikalischen Buchstaben bekannte Tondichter bezog alle Charakterstücke in diesem Zyklus auf die Tonfolge A-S(es)-C-H, zusätzlich trägt die Nummer 13 den Titel “Estrella”, Kosename von Ernestine. Die Sinfonischen Etüden op. 13 beziehen sich direkt auf ein Thema des Baron von Fricken, Ernestines Vater, welches er dem Komponisten zur Berabeitung zugesandt hatte. Als sich im Sommer 1835 herausstellte, dass Ernestine adoptiert und damit unvermögend weil nicht erbberechtigt war, scheute Robert Schumann vor einem bürgerlichen Leben als Alleinverdiener zurück und bat um die Auflösung der Verlobung. Sein Interesse an der jungen Clara Wieck, die bereits erfolgreich konzertierte, wuchs. Clara war über die Endlobung überglücklich. Die Kompositionen op. 5 der jungen Virtuosin belegen die Reife und das Talent der zu dieser Zeit schon im Konzertleben etablierten Jugendlichen. Als sich Clara und Robert ebenfalls heimlich verlobten und den Protest des Vaters provozierten, ließ sich die immer noch freundschaftlich zugewandte Ernestine nicht von Friedrich Wieck gegen das Paar instrumentalisieren. Ernestine starb mit 33 Jahren in Asch.

Robert Schumann: Allegro op. 8, Ernestine von Fricken gewidmet
Clara Schumann: Quatre pièces caractéristiques op. 5
Robert Schumann: Carnaval op. 9 (Scènes mignonnes sur quatre notes)
Frédéric Chopin: Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38 gewidmet Robert Schumann (Repertoire Ernestine von Fricken)
Robert Schumann: Sinfonische Etüden op. 13 über ein Thema des Freiherrn von Fricken

IV.

Veränderungen

Veränderungen begegnen uns derzeit überall. Unverhoffte, teilweise erschreckende Eingriffe in vertraute Gewohnheiten aufgrund neuer Lebenssituationen, aber auch daraus resultierende kreative Prozesse der Neuordnung sind momentan allzu gegenwärtig. In der Musik steht die Veränderung, die “Variation”, für die Deklination eines Themas. Dies durchläuft einen Verwandlungsprozess und ist nach der musikalischen Reise nicht mehr dasselbe wie vor seiner Veränderung.
Die Variation ist einerseits eine sehr strenge Kompositionsform, weil sie sich auf ein vorgegebenes Thema bezieht, andererseits vollkommen frei, da das Variieren per Definition keinerlei Regeln unterliegt. Das Thema kann ein selbst erschaffener Bestandteil des Werkes sein, oder es wird ein bekanntes oder weniger bekanntes Motiv aus der Feder eines anderen variiert. Nicht selten drückt ein Tonschöpfer seine Verehrung für einen anderen Meister aus, indem er dessen Tonfolgen zur Grundlage eines Variationssatzes macht und auf diese Weise beiderlei Ruhm mehrt. Die sinnliche Erfahrung von Popularität und Kreativität erfüllt sich in der Kunst der Variation. So geschieht Veränderung nicht nur musikalisch, sondern sie erfasst auch Interpreten und Hörende.

Wolfgang Amadeus Mozart: 9 Variationen über ein Menuett von Duport KV 573
Joseph Haydn: Andante con Variazioni f-moll Hob. XVII:6
Frédéric Chopin: Mazurka op. 7, Nr. 1
Friedrich Kalkbrenner: Variations brillantes op. 120 über die Mazurka von Chopin
Robert Schumann: Sinfonische Etüden in Form von Variationen op. 13

V.

Beethovens Erben

Die Beschäftigung mit dem Titanen Ludwig van Beethoven ist für jeden klassischen Komponisten essentiell. Einige drücken ihre Hochachtung aus, indem sie über Themen des Meisters Variationen oder Fantasien schreiben, so auch Robert Schumann und John Corigliano. Beide beziehen sich auf das Thema des langsamen Satzes aus der siebten Sinfonie Beethovens. Während Robert Schumann Studien in Form von Variationen über ebendieses Thema verfasst, lässt John Corigliano es in aleatorischer Kompositionstechnik zu einer freien Fantasie diffundieren. Nach diesen Klängen ertönt die wohl intimste und eigenwilligste Sonate op. 111, die letzte der Klaviersonaten Ludwig van Beethovens.

Robert Schumann: Etüden in Form freier Variationen über ein Thema von Beethoven WoO 31
John Corigliano: Fantasia on an ostinato
Ludwig van Beethoven: Sonate op. 111 c-moll

VI.

Pour le Piano (ab Sommer 2021)

“Für das Klavier” geschrieben sind sowohl Werke, die sich explizit auf die Möglichkeiten des modernen Konzertflügels beziehen, als auch solche, die von anderen Instrumenten für Klavier transkribiert werden. Unter dem Begriff “Klavier” verstehen wir im weitesten Sinne alle Tasteninstrumente, Ausnahme bildet die Orgel, “Königin der Instrumente”. Sie inspirierte viele Komponisten, sich der Register und Farben des monumentalen Tasteninstrumentes zu bedienen.
Johann Sebastian Bach schrieb seine Kompositionen für die Instrumente seiner Zeit, also Cembalo, Clavichord oder Orgel. Es ist heute gängige Praxis, seine Werke auf das moderne Klavier zu übertragen. Diese Tradition begründete vor allem der Komponist und Pianist Ferruccio Busoni, der Bachs Choräle und Orgelvorspiele virtuos für Klavier setzte und sie so im Konzertrepertoire etablierte. Ganz ausdrücklich nur für Klavier geschrieben ist die Suite “Pour le Piano” des französischen Impressionisten Claude Debussy. Bei der Uraufführung hatte das Werk mit seinem Farbenreichtum, gepaart mit Virtuosität, einen solch großen Erfolg, dass es gleich mehrfach wiederholt werden musste. Der Organist und Komponist César Franck wandte sich nur selten dem Klavier allein zu, dann aber mit großer Meisterschaft. Der Zyklus “Prélude, Choral et Fugue” ist von bezaubernder Schönheit und mit seiner chromatischen Fuge korrespondiert das Werk auf besondere Weise mit der Chromatischen Fuge BWV 903 von Johann Sebastian Bach.

Ferruccio Busoni: Elegie “Meine Seele bangt und hofft zu Dir”
Claude Debussy: Suite “Pour le Piano”
Johann Sebastian Bach: Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903
César Franck: Pélude, Choral et Fugue

Ensemble DaCuore

Das Ensemble DaCuore wurde 2012 von Ragna Schirmer gegründet, um das Herzensprojekt “Händel Concertos” zu realisieren. Hierbei ging es darum, die Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel sowohl auf historischen wie auf modernen Instrumenten in Kleinstbessetzungen vom Trio bis hin zum großen Orchester jeweils plastisch und stilistisch höchst variabel vorzutragen. Diese Aufgabe fand ihren Höhepunkt im Erscheinen des Dreier-CD-Albums “Händel Concertos”.
Zahlreiche Auftritte des Ensembles über viele Jahre hinweg führten die Musiker ebenso zu anderen Komponisten und Komponistinnen, sehr erfolgreich auch im Jubiläums-Jahr 2019 mit Original-Programmen von Clara Schumann. Dabei spielt die Flexibilität der Musiker aus Halle, Leipzig und Dresden eine entscheidende Rolle, um sowohl die historische Aufführungspraxis als auch moderne Interpretationen gleichermaßen zu verstehen und in der Lage zu sein, sowohl mit modernem wie historischem Instrumentarium aufzutreten.
2020 widmet sich das Ensemble unter der Leitung von Birgit Schnurpfeil dem e-moll Klavierkonzert op. 11 von Frédéric Chopin in der Streichquintettfassung des Komponisten. Der Widmungsträger des Werkes, Friedrich Kalkbrenner, dem Chopin sehr verbunden war, spielt im Programm “Widmungen” eine bedeutende Rolle.
Außerdem spielt Ragna Schirmer mit ihrem Ensemble die Klavierkonzerte des klassischen und romantischen Repertoires in reduzierten Besetzungen, genauso, wie es im 18ten und 19ten Jahrhunderts in den Salons üblich war.

Derzeitige Programme, andere auf Anfrage.

I.

Widmungen
Friedrich Kalkbrenner und Frédéric Chopin

Der Komponist und Pianist Friedrich Kalkbrenner war für Frédéric Chopin nicht nur ein großes Vorbild, sondern auch langjähriger Freund und Wegbegleiter. In Paris, der Stadt, die beide als ihren Lebensmittelpunkt ausgewählt hatten, fand ein reger künstlerischer Austausch statt, man traf sich in Salons und präsentierte die neuesten Werke. Als 1833 Kalkbrenner seine “Variations brillantes” über die Mazurka op. 7, Nr. 1 von Chopin verfasste, bedankte sich dieser, indem er sein Klavierkonzert op. 11 dem Freund widmete. Dieses Konzert sollte in den Pariser Salons als kammermusikalische Fassung vorgetragen werden können, und so transkribierte Chopin den Orchesterpart in ein Streichquintett für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Bass.

Frédéric Chopin: Mazurka op. 7, Nr 1
Friedrich Kalkbrenner: Variations brillantes über die Mazurka op. 7, Nr. 1 von Frederic Chopin op. 120
Friedrich Kalkbrenner: Klaviersextett op. 58
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-moll op. 11 (Friedrich Kalkbrenner gewidmet)
in der Fassung des Komponisten für Klavier und Streichquintett

II.

Clara

Clara Schumann komponierte ihr hochvirtuoses Klavierkonzert op. 7 im Alter von 14 Jahren. Sie debuttierte mit dem Werk 1835 im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Felix Mendelssohn. Im selben Konzert erklang das Capriccio brillant op. 22. Eine steile Karriere als Pianistin nahm ihren Anfang. Dass die junge Clara vor allem für ihre Interpretationen der Werke Ludwig van Beethovens beachtet und ausgezeichnet wurde, veranlasste sie, in ihren Konzertprogrammen vielfach die Werke des Meisters erklingen zu lassen. Zum vierten Klavierkonzert, welches ihr besonders am Herzen lag, komponierte sie eigene Kadenzen. Clara Schumann prägte wie keine andere Musikerin die künstlerische Welt des 19ten Jahrhunderts.

Felix Mendelssohn: Capriccio brillant h-moll op. 22
Clara Schumann: Klavierkonzert op. 7
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 op. 58

Klavierkonzerte

Zusammenstellungen, Kombinationen:

Großes Orchester:

I.

Die jungen Wilden

Viele Komponisten schufen große Werke schon als Jugendliche. Kompositionstalent äußert sich früh, und wenn es entsprechend gefördert wird, können schon in jungen Jahren bedeutende Kompositionen entstehen. Dass sie geprägt sind von Wildheit, Mut und Innovationsgeist, versteht sich fast von selbst.
Besonders schöne Beispiele hierfür sind die Jugendwerke Wolfgang Amadeus Mozarts, das erste Klavierkonzert von Felix Mendelssohn sowie das erste Klavierkonzert von Sergei Prokofjew. Letzteres entstand zur Kompositionsprüfung des russischen Meisters, die gleichzeitig seine Klavier-Abschlussprüfung war und ist entsprechend geprägt von virtuosen Effekten. Prokofjew erhielt für diese Uraufführung die “Anton Rubinstein Medaille” des Konservatoriums Sankt Petersburg.

Beispiel für eine entsprechende Kombination:
F. Mendelssohn: Klavierkonzert Nr. 1 g-moll op. 25
S. Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur op. 10

II.

Ravel: Die Klavierkonzerte

Die Kombination der beiden Klavierkonzerte von Maurice Ravel an einem Abend ist besonders reizvoll, zeigen sie sich doch auf der einen Seite mit der typischen Handschrift des französischen Meisters, sind andererseits aber in ihrer Absicht und Aussage diametral verschieden. Während das “Klavierkonzert in G” geprägt ist von den Eindrücken einer Amerika-Tournee und deutliche Einflüsse der Musik Gershwins aufweist, ist das “Konzert für die linke Hand” für den kriegsversehrten Pianisten Wittgenstein geschrieben und eine verzweifelte Abrechnung über die Schrecken des Ersten Weltkrieges.

Maurice Ravel: Konzert in G-Dur
Maurice Ravel: Konzert für die linke Hand in D-Dur

Guillaume Connesson, ein französischer Komponist Jahrgang 1971, der für Ragna Schirmer sein “Concertino” komponierte, schrieb für das im Sinfoniekonzert häufig als zu kurz wahrgenommene Klavierkonzert in G-Dur von Maurice Ravel einen ergänzenden 4. Satz, der die Tonsprache des Komponisten aufgreift, “The Shining One”.

Maurice Ravel: Klavierkonzert in G-Dur
Guillaume Connesson: “The Shining One”

III.

Bach und Schnittke

Die Klavierkonzerte von Johann Sebastian Bach, allen voran das f-moll Konzert, sind eine wunderbare Kombination mit dem “Konzert für Klavier und Streicher” (1979) von Alfred Schnittke. Letzteres beleuchtet die verschiedenen liturgischen Gesänge des sich Zeit seines Lebens heimatlos fühlenden russischen Meisters und ist geprägt von sehnender Leidenschaft und verzweifelter Dramatik.

Johann Sebastian Bach: Klavierkonzert f-moll BWV 1056
Alfred Schnittke: Konzert für Klavier und Streicher (1979)

IV:

Händel und Connesson:

Anlässlich des Projektes “Händel Concertos” und der Vergabe des Händelpreises der Stadt Halle an die Pianistin Ragna Schirmer wurde der französische Komponist Guillaume Connesson gebeten, ein Klavierkonzert für die Pianistin zu schreiben, welches sich auf das Konzert op. 7, Nr. 1 von Georg Friedrich Händel bezieht. Das Werk wurde 2013 im Rahmen der Händelfestspiele Halle uraufgeführt.

Georg Friedrich Händel: Konzert g-moll op. 7, Nr. 1
Guillaume Connesson: Concertino pour Piano, komponiert für Ragna Schirmer

Klavierkonzerte im Repertoire von Ragna Schirmer, andere Konzerte auf Anfrage:

Streichorchester, kleine Orchester, Barockorchester:

Johann Sebastian Bach: alle Konzerte BWV 1052-1058

Georg Friedrich Händel: die Orgelkonzerte op. 4 und op. 7 in Transkription für Klavier und Orchester

Johann Christoph Friedrich Bach: Concerto grosso Es-Dur BR .JCFB C 43

Joseph Haydn: Konzert G-Dur Hob: XVIII:4, Konzert D-Dur Hob. XVIII:11

Wolfgang Amadeus Mozart: Rondo KV 386, Klavierkonzert A-Dur KV 414 (nur Streicher), Klavierkonzert F-Dur KV 459, Klavierkonzert C-Dur KV 467, Klavierkonzert Es-Dur KV 482, Klavierkonzert A-Dur KV 488, Klavierkonzert B-Dur KV 595

Ludwig van Beethoven: alle Konzerte

Felix Mendelssohn: Konzert Nr. 1 g-moll op. 25, Konzert Nr. 2 d-moll op. 40, Konzertstück „Cappriccio brillant“ h-moll op. 22, Rondo brillant Es-Dur op. 29, Serenade und Allegro giocoso h-moll op. 43

Frédéric Chopin: Konzert Nr. 1 e-moll op. 11, Fassung mit Streichquintett vom Komponisten

Clara Schumann: Klavierkonzert op. 7, Version für kleines Orchester

Alfred Schnittke: Konzert für Klavier und Streichorchester (1979)

Guillaume Connesson:Concertino für Klavier, Streicher und 2 Oboen, komponiert für Ragna Schirmer

Konzerte für großes Orchester

Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nrn. 1-5, Klavierkonzert „Nr. 6“, Transkription des Violinkonzertes D-Dur op. 61, Chorfantasie op. 80

Felix Mendelssohn: Konzert Nr. 1 g-moll op. 25, Konzert Nr. 2 d-moll op. 40, Konzertstück „Cappriccio brillant“ h-moll op. 22, Rondo brillant Es-Dur op. 29, Serenade und Allegro giocoso h-moll op. 43

Frédéric Chopin: Konzert Nr. 1 e-moll op. 11

Clara Schumann: Konzert a-moll op. 7

Robert Schumann: Konzert a-moll op. 54

Franz Schmidt: Konzertante Variationen über ein Thema von Beethoven

Maurice Ravel:Konzert G-Dur, Konzert für die linke Hand D-Dur

George Gershwin:Rhapsody in Blue, Concerto in F

Manuel de Falla: “Nächte in Spanischen Gärten”

Bela Bartok:Klavierkonzert Nr. 3

Sergei Prokofjew: Klavierkonzert Nr. 1 Des-Dur op. 10

Alfred Schnittke:Konzert für Klavier und Streicher 1979

Guillaume Connesson: „The Shining One“

Kammermusik

Ragna Schirmer musiziert mit ihren Partnern:

Iason Keramidis, Violine
Florian Mayer, Violine
Benedict Klöckner, Violoncello
Peter Bruns, Violoncello
Matthias Daneck, Schlagzeug

in verschiedenen Duo- und Triokonzerten

Aktuelle Programme auf Anfrage

Puppentheater

“Konzert für eine taube Seele”
Ein Spiel für Ragna Schirmer und Puppen

Das “Konzert für eine taube Seele” ist eine theatralische Annäherung an das geheimnisvolle Leben des französischen Komponisten Maurice Ravel. Zu Beginn des Abends ist der französische Komponist dreiundfünfzig Jahre alt, ein eleganter, auffallend kleiner Mann mit einem ausdrucksstarken Kopf. Er ist höflich, freundlich und zurückhaltend, eben auf der Heimreise von einer überaus erfolgreichen Gastspieltournee durch die Vereinigten Staaten von Amerika. Ein paar Monate später wird zum ersten Mal jenes Musikstück aufgeführt werden, das sich untrennbar mit dem Namen Ravels verbunden hat. »Mein Meisterwerk? Der Boléro natürlich. Schade nur, dass er überhaupt keine Musik enthält.« Neun Jahre später stirbt Ravel, infolge einer Gehirnoperation, die ihn von jenem rätselhaften Leiden namens “Seelentaubheit” erlösen soll. Er kann kaum noch sprechen, kaum noch etwas selbstständig tun, kein Wort und schon gar keine Note mehr schreiben – und soll dabei doch immer bei klarstem Bewusstsein gewesen sein, gefangen in seiner Innenwelt. »Ich habe noch so viel Musik im Kopf«, lautet einer der wenigen von Ravel überlieferten persönlichen Sätze, gesprochen in seinen letzten Lebensjahren, »ich habe noch nichts gesagt, ich habe noch alles zu sagen.«
Die sehr poetische Inszenierung des Puppentheaters Halle lässt die Zuschauer mithilfe eines überdimensionalen Spiegels in die Innenwelt Ravels eintauchen. Wer dies Stück erlebt hat, hat Maurice Ravel auf neue Weise erlebt.

Stück und Inszenierung: Christoph Werner
Bühnenbild: Oliver Proske
Darsteller: Lars Frank, Nils Dreschke, Anna Mendel, Sebastian Fortak
Musik: “Miroirs” und “Gaspard de la nuit” von Maurice Ravel

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“Clara”- Ein Spiel für Ragna Schirmer und Puppen

Clara Schumann, geborene Wieck, ist bis heute die prominenteste deutsche Frau des 19. Jahrhunderts. Sie war Wunderkind, Starpianistin, Komponistin, Liebesgeschichtenheldin, Konzertmanagerin, Künstlergattin, achtfache Mutter, Briefeschreiberin, Nachlassherausgeberin, Klavierlehrerin. Sie hatte ein prall gefülltes Leben voller Triumphe, Tragödien und Tratsch. Ihre Biographie bietet eine willkommene Gelegenheit, die im „Konzert für eine taube Seele“ so erfolgreich begonnene Zusammenarbeit zwischen Ragna Schirmer und dem Puppentheater Halle weiterzuführen. Thematisiert wird das letzte Konzert von Clara Schumann, der Abschied von ihrem geliebten Publikum und damit eine Rückschau auf ihr Leben. “Dies ist der schwerste Abschied von allen, und mit Abschiednehmen kenne ich mich aus”. Ines Heinrich-Frank verkörpert die Clara mit einer lebensgroßen Puppe.

Stück und Inszenierung: Christoph Werner
Darsteller: Ines Heinrich-Frank, Lars Frank, Nils Dreschke, Luise

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Szenische Konzerte

“Blendwerk”

Ist der Versuch zu heilen eine Straftat, wenn er scheitert?
oder
Der Chevalier John Taylor, der Bach und Händel den Star ausstach und der Welt zwei Stars nahm

Christian Brückner in der Rolle des John Taylor
Ragna Schirmer als Muse und Richterin
Text: Frank Wallis
Regie: Ines Heinrich-Frank

Obwohl die mögliche Begegnung zwischen Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Georg Friedrich Händel (1685-1759) eine unbewiesene Behauptung bleiben muss, gibt es neben dem gemeinsamen Freund Georg Philipp Telemann nachweislich ein weiteres Bindeglied zwischen den Biografien der Barockmeister aus Mitteldeutschland. Der reisende Okulist John Taylor (1703-1772) hat sowohl dem Leipziger Thomaskantor als auch dem Londoner Opern- und Oratorienunternehmer den Star gestochen – und in beiden Fällen zur endgültigen Erblindung, bei Bach vermutlich sogar zum Tode beigetragen. Dass Taylor selbst ein Star war, der nach eigener Auskunft den Papst ebenso wie den britischen König Georg II. behandelte, sieht man am extravaganten Auftreten dieses Medicus à la Mode: Er reiste mit einer Kutsche durch Europa, die in einer Vorwegnahme heutiger Marketing-Strategien flächendeckend mit Augen-Darstellungen und seinem Lebensmotto „Qui dat videre, dat vivere“ (Wer Sehen schenkt, schenkt Leben.) bemalt war. Als „Optica expertissimus“ pflegte er seine Ankunft in den „Tournee“-Stationen theatralisch zu annoncieren, Operationen führte er nicht selten öffentlich durch – und als wichtige Strategie zum Schutz vor möglicher Strafe bei Misserfolgen galt ihm der Rückzug, bevor den Patienten die Augenbinden entfernt wurden. Dass das Zeitalter des Barock generell ein starkes ästhetisches und philosophisches Interesse am Phänomen der Blindheit hatte, sieht man nicht allein an der Fülle von Blinden-Motiven vornehmlich in der niederländischen Malerei des 17. und 18. Jahrhunderts. Auch in den Arbeiten von René Descartes („Les passions de l’Ame“, 1649) bis hin zu Denis Diderot („Lettre sur les aveugles“, 1749) spielt die Frage nach der Erkenntnismöglichkeit blinder Menschen eine entscheidende Rolle – und der Begriff der Aufklärung wird im Englischen als „Enlightenment“ sogar direkt mit dem optischen Phänomen der Erleuchtung in Zusammenhang gebracht. Berühmt wurde die Diskussion über ein Problem, das der Philosoph William Molyneux 1688 in einem Brief an seinen Kollegen John Locke formulierte: Angenommen, ein von Geburt an blinder Mensch erhielte die Fähigkeit zu sehen – wäre er dann in der Lage, Würfel und Kugeln durch das bloße Betrachten voneinander zu unterscheiden, wenn davon auszugehen ist, dass er diese Formen bereits durch seinen Tastsinn unterschieden hatte? Auch bei Bach finden sich namentlich in den Kantaten immer wieder Verweise auf das Schließen der irdischen Augen und auf die Schau des Himmlischen –während Händel beispielsweise im Oratorium „Samson“ mit der Arie „Total eclipse“ eine erschütternde Perspektive auf die Gefühlswelt eines Blinden eröffnet. Aus all diesen Quellen speist sich ein Theaterabend, in dem Klaviermusik von Bach und Händel den Anlass für die Lebensbeichte des John Taylor gibt. Der gealterte Arzt wird dabei mit einer Pianistin konfrontiert, deren Rolle zunächst rätselhaft erscheint. Ist sie die Geliebte oder die Anklägerin dieses virtuosen Selbstdarstellers, der bei seinen Zeitgenossen auch für seine Verführungskünste berühmt war – oder bereits der Engel des Todes, der dem Greis erscheint? Für letztgenannte Variante würde sprechen, dass der Arzt erstaunlich offen aus seinem Leben berichtet und dabei ausführlich über die beiden deutschen Komponisten spricht, die in der langen Liste seiner unglücklichen Patienten einen besonderen Rang einnehmen. Das ungleiche Paar diskutiert aber auch ethische Fragen, die bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt haben: Ist es besser, einen Kranken wegen einer vagen Hoffnung auf Heilung mit einer riskanten Methode zu behandeln? Oder soll man nichts wagen, wenn man sich seines Erfolges nicht sicher ist? Formal orientiert sich der Abend am Melodram, das sich um 1760 aus einer Umdeutung der barocken Vanitas-Motive entwickelte und in der Verbindung aus Musik und Sprache auf eine gesteigerte emotionale und moralische Wirkung zielte.

“Ich möchte lachen vor Todesschmerz”

Clara und Robert Schumann in Wort und Ton

Ragna Schirmer in der Rolle der Clara
Dominique Horwitz als Robert

Kaum ein Künstlerpaar hat das Musikleben im 19ten Jahrhundert so geprägt wie das Ehepaar Schumann. Die fruchtbare und medienwirksame Verbindung zwischen einem der genialsten Komponisten und einer geschäftstüchtigen Virtuosin ließ in Verbindung mit familiären Spannungen damals wie heute Raum für Mythen und Spekulationen. Glücklicherweise ist uns das Leben der beiden dank zahlreicher Liebesbriefe und Tagebuchnotizen umfassend überliefert. In einem szenischen Programm werden einige der schönsten Briefe der Schumanns ihren kompositorischen Werken gegenübergestellt. Sprache und Musik verweben sich zu einem poetischen Geflecht, der Zuhörer sieht und hört die beiden parlieren. Der biographische Bogen des Abends reicht von der ersten Verliebtheit über die gerichtlich erstrittene Eheschließung bis zu Roberts Tod in der Nervenheilanstalt Endenich.
(An diese Stelle bitte das schöne Interview als Audio)

Besondere Formate

PIACUSSION

Ragna Schirmer, Piano
Matthias Daneck, Schlagzeug

Programm: „Pictures”

L.v. Beethoven: Fantasie op. 77
M. Ravel: Miroirs
M. Mussorgski: Bilder einer Ausstellung

Rhythmus ist die Grundlage der Musik. Während sich der Puls einiger Musikstücke jedoch lediglich als Takt oder Grundschlag erschließt, ist er bei anderen Werken zentrales Stil-Element. Besonders in der Klaviermusik mit ihren vielfältigen Strukturen zeigen sich diesbezüglich häufig starke rhythmische Akzente. Einige Komponisten des 18ten Jahrhunderts benutzten gar den Klang der fallenden Hämmer sogenannter “Hammerflügel”, um mit diesen klickenden Geräuschen ihrer Musik noch zusätzliche Effekte zu verleihen.
Die Pianistin Ragna Schirmer und der Schlagzeuger Matthias Daneck, beide als Musiker in verschiedenen Genres zu Hause, spüren dem Rhythmus in bedeutenden Klavierkompositionen nach, gehen mit ihm kreativ um und erweitern ihn auf vielfältige Weise. Sie bedienen sich hierzu sowohl der Vorlagen durch vom Komponisten selbst markierte Akzente als auch der vorhandenen Adaptionen mancher Klavierstücke ins Orchestergenre, denn dort tritt entsprechend die Intention der Komponisten mittels der Verwendung des Schlagwerks deutlich zutage.
Ludwig van Beethoven gilt als Erfinder des “off-beat”; in seinen Klaviersonaten finden wir Passagen entsprechender Takt-Verschiebungen, die später im “swing” wiederauftauchen. Eine große Improvisation über Melodien und Rhythmen ist die Fantasie op. 77. Im Spiegel einer Aufführung mit Percussion wird der innovative Umgang Beethovens mit “beat” überdeutlich. Maurice Ravel liebte die Mathematik, seine Kompositionen entstanden regelrecht unter dem Brennglas des Spiels mit Zahlen und Strukturen, die in Taktart und wiederholten Motiven nachgerade ausgeklügelt erscheinen. In der Orchesterversion der “Miroirs” zeigt er, an welchen Stellen er rhythmische Akzente setzen möchte, und wenn dies percussive Element zum Vortrag der Klavierversion addiert wird, bekommt die ohnehin schon sehr plastische Musik des nachdenklichen Franzosen eine entrückte Dimension.
Die “Bilder einer Ausstellung” wurden schon mehrfach in andere Musikstile übertragen, die Interpretation einiger Bilder durch Emerson Lake and Palmer gilt als legendär. Dieser Zyklus von Modest Mussorgski ruft geradezu nach einer rhythmischen Erweiterung. In der Fassung von Ragna Schirmer und Matthias Daneck wird die Bilderschau zur großen Spielfreude mit viel Witz und Charme.

Matthias Daneck, Percussion

Beethovens Beat

Kein Komponist des klassischen Konzertrepertoires geht mit dem Element Rhythmus so innovativ und kreativ um wie Ludwig van Beethoven. Synkopen, Taktverschiebungen und der geschickte Einsatz von Punktierungen und Akkordwiederholungen lassen uns staunen und nicht selten hört man die Aussage, dass Beethoven den Swing-Jazz erfunden habe. Vor allem auf den Hammerflügeln des beginnenden 19ten Jahrhunderts hörte man die fallenden Hämmer zusätzlich zu klopfenden Akkorden wie ein Schlagzeug.
Ragna Schirmer und Matthias Daneck demonstrieren diese Effekte anhand der bekannten Sonaten op. 27,2 “Mondscheinsonate” und op. 53 “Waldsteinsonate” sowie an der Fantasie op. 77. Umrahmt wird die Betrachtung Beethovens von improvisierten Schlagzeug-Fantasien über die Rhythmen des Titanen.

Ludwig van Beethoven: Sonate op. 27, Nr. 2 “Mondscheinsonate”
-Adagio sostenuto
-Allegretto
-Presto agitato

Fantasy on Beethoven 1

Ludwig van Beethoven: Fantasie op. 77 g-moll

Fantasy on Beethoven 2

Ludwig van Beethoven: Sonate op. 53 “Waldstein”
-Allegro con brio

Ragna Schirmer, Klavier
Matthias Daneck, Percussion

Projekte

Kinderkonzerte

Ragna Schirmer spielt Kinder- und Familienkonzerte. Die Programme werden an die Altersgruppe der Zuhörer angepasst und sind vor allem durch Geschichten über Komponisten und deren Leben interessant. Beipielsweise gab es beim Mozartfest Würzburg ein Programm über den 5-jährigen Wolfgang Amadeus für die ganz Kleinen oder im Zusammenhang mit der Clara-Schumann-Forschung ein Rezital über die schwierige Liebesgeschichte zwischen Robert und Clara für Teenager. In Zusammenarbeit mit dem Blauen Eumel, einem LKW mit Flügel und Bühne, finden open Air Picknick-Konzerte statt. Im Jahr 2020 hießen diese an die Hygieneregeln angepassten Konzerte für Kinder “Corönchen”.

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