Solo

Solo-Rezitals

Derzeitig im Programm, andere Programme oder Zusammenstellungen auf Anfrage.
Alle Rezitals sind sowohl auf einem modernen Flügel als auch auf einem historischen Instrument möglich.

I.

J.S. Bach: Die Goldbergvariationen

Die Goldbergvariationen begleiten Ragna Schirmer schon seit über dreißig Jahren. Neben einem vielgelobten CD-Debut aus dem Jahr 2000 sprechen die beiden Bachpreise 1992 und 1998 beim Internationalen Wettbewerb in Leipzig für die Beschäftigung der Pianistin mit Johann Sebastian Bach. Während der Corona-Krise, als eine maximale Zuhörerzahl von 30 Personen in Kirchen und Konzertsälen erlaubt war, etablierte Ragna Schirmer das Format „30 für 30“ und spielte die 30 Goldbergvariationen in intimer Atmosphäre bis zu fünfmal am Tag. Einen Eindruck des Konzerts am 1.11.2020 erhalten Sie hier:
https://www.youtube.com/watch?v=GY9YDjVAFko&feature=youtu.be

II.

Madame Schumann

Der große Erfolg des Clara-Schumann-Jubiläums im Jahr 2019 ist ein Meilenstein der Auseinandersetzung von Ragna Schirmer mit der bedeutenden Musikerin des 19ten Jahrhunderts. Die Forschungsarbeit über Claras Original-Programme wurde mit dem Schumann-Preis der Stadt Zwickau geehrt und verstetigt sich auch weiterhin. Bei Interesse stellt Ragna Schirmer ein Programm speziell für den Konzertort mit den Werken zusammen, die Clara genau dort oder in der Region spielte.

III.

Ernestine

Ernestine von Fricken war von 1834 bis 1835 die heimliche Verlobte Robert Schumanns. Der Komponist und die Pianistin lernten sich beim Klavierlehrer Friedrich Wieck kennen, Vater der späteren Clara Schumann. Im Gegensatz zu der temperamentvollen und eigensinnigen Clara verkörperte Ernestine für Robert Schumann sein weibliches Idealbild: künstlerisch talentiert, pianistisch virtuos und dennoch sehr zurückhaltend und dem Manne dienend. „Sanft und ergeben“ sei sie, schreibt er an die Mutter. Die zwar deutlich jüngere, aber frühreife Clara Wieck war eifersüchtig auf Ernestine und die ausstehende Hochzeit. In ihren Korrespondenzen mit ihren Freundinnen grollt sie, dass Robert schon das Hochzeitskleid gekauft habe. Ernestines Heimatstadt Asch verewigte Robert Schumann in seinem Carnaval op. 9: der für die Faszination von musikalischen Buchstaben bekannte Tondichter bezog alle Charakterstücke in diesem Zyklus auf die Tonfolge A-S(es)-C-H, zusätzlich trägt die Nummer 13 den Titel „Estrella“, Kosename von Ernestine. Die Sinfonischen Etüden op. 13 beziehen sich direkt auf ein Thema des Baron von Fricken, Ernestines Vater, welches er dem Komponisten zur Berabeitung zugesandt hatte. Als sich im Sommer 1835 herausstellte, dass Ernestine adoptiert und damit unvermögend weil nicht erbberechtigt war, scheute Robert Schumann vor einem bürgerlichen Leben als Alleinverdiener zurück und bat um die Auflösung der Verlobung. Sein Interesse an der jungen Clara Wieck, die bereits erfolgreich konzertierte, wuchs. Clara war über die Endlobung überglücklich. Die Kompositionen op. 5 der jungen Virtuosin belegen die Reife und das Talent der zu dieser Zeit schon im Konzertleben etablierten Jugendlichen. Als sich Clara und Robert ebenfalls heimlich verlobten und den Protest des Vaters provozierten, ließ sich die immer noch freundschaftlich zugewandte Ernestine nicht von Friedrich Wieck gegen das Paar instrumentalisieren. Ernestine starb mit 33 Jahren in Asch.

Robert Schumann: Allegro op. 8, Ernestine von Fricken gewidmet
Clara Schumann: Quatre pièces caractéristiques op. 5
Robert Schumann: Carnaval op. 9 (Scènes mignonnes sur quatre notes)
Frédéric Chopin: Ballade Nr. 2 F-Dur op. 38 gewidmet Robert Schumann (Repertoire Ernestine von Fricken)
Robert Schumann: Sinfonische Etüden op. 13 über ein Thema des Freiherrn von Fricken

IV.

Veränderungen

Veränderungen begegnen uns derzeit überall. Unverhoffte, teilweise erschreckende Eingriffe in vertraute Gewohnheiten aufgrund neuer Lebenssituationen, aber auch daraus resultierende kreative Prozesse der Neuordnung sind momentan allzu gegenwärtig. In der Musik steht die Veränderung, die „Variation“, für die Deklination eines Themas. Dies durchläuft einen Verwandlungsprozess und ist nach der musikalischen Reise nicht mehr dasselbe wie vor seiner Veränderung.
Die Variation ist einerseits eine sehr strenge Kompositionsform, weil sie sich auf ein vorgegebenes Thema bezieht, andererseits vollkommen frei, da das Variieren per Definition keinerlei Regeln unterliegt. Das Thema kann ein selbst erschaffener Bestandteil des Werkes sein, oder es wird ein bekanntes oder weniger bekanntes Motiv aus der Feder eines anderen variiert. Nicht selten drückt ein Tonschöpfer seine Verehrung für einen anderen Meister aus, indem er dessen Tonfolgen zur Grundlage eines Variationssatzes macht und auf diese Weise beiderlei Ruhm mehrt. Die sinnliche Erfahrung von Popularität und Kreativität erfüllt sich in der Kunst der Variation. So geschieht Veränderung nicht nur musikalisch, sondern sie erfasst auch Interpreten und Hörende.

Wolfgang Amadeus Mozart: 9 Variationen über ein Menuett von Duport KV 573
Joseph Haydn: Andante con Variazioni f-moll Hob. XVII:6
Frédéric Chopin: Mazurka op. 7, Nr. 1
Friedrich Kalkbrenner: Variations brillantes op. 120 über die Mazurka von Chopin
Robert Schumann: Sinfonische Etüden in Form von Variationen op. 13

V.

Beethovens Erben

Die Beschäftigung mit dem Titanen Ludwig van Beethoven ist für jeden klassischen Komponisten essentiell. Einige drücken ihre Hochachtung aus, indem sie über Themen des Meisters Variationen oder Fantasien schreiben, so auch Robert Schumann und John Corigliano. Beide beziehen sich auf das Thema des langsamen Satzes aus der siebten Sinfonie Beethovens. Während Robert Schumann Studien in Form von Variationen über ebendieses Thema verfasst, lässt John Corigliano es in aleatorischer Kompositionstechnik zu einer freien Fantasie diffundieren. Nach diesen Klängen ertönt die wohl intimste und eigenwilligste Sonate op. 111, die letzte der Klaviersonaten Ludwig van Beethovens.

Robert Schumann: Etüden in Form freier Variationen über ein Thema von Beethoven WoO 31
John Corigliano: Fantasia on an ostinato
Ludwig van Beethoven: Sonate op. 111 c-moll

VI.

Pour le Piano (ab Sommer 2021)

„Für das Klavier“ geschrieben sind sowohl Werke, die sich explizit auf die Möglichkeiten des modernen Konzertflügels beziehen, als auch solche, die von anderen Instrumenten für Klavier transkribiert werden. Unter dem Begriff „Klavier“ verstehen wir im weitesten Sinne alle Tasteninstrumente, Ausnahme bildet die Orgel, „Königin der Instrumente“. Sie inspirierte viele Komponisten, sich der Register und Farben des monumentalen Tasteninstrumentes zu bedienen.
Johann Sebastian Bach schrieb seine Kompositionen für die Instrumente seiner Zeit, also Cembalo, Clavichord oder Orgel. Es ist heute gängige Praxis, seine Werke auf das moderne Klavier zu übertragen. Diese Tradition begründete vor allem der Komponist und Pianist Ferruccio Busoni, der Bachs Choräle und Orgelvorspiele virtuos für Klavier setzte und sie so im Konzertrepertoire etablierte. Ganz ausdrücklich nur für Klavier geschrieben ist die Suite „Pour le Piano“ des französischen Impressionisten Claude Debussy. Bei der Uraufführung hatte das Werk mit seinem Farbenreichtum, gepaart mit Virtuosität, einen solch großen Erfolg, dass es gleich mehrfach wiederholt werden musste. Der Organist und Komponist César Franck wandte sich nur selten dem Klavier allein zu, dann aber mit großer Meisterschaft. Der Zyklus „Prélude, Choral et Fugue“ ist von bezaubernder Schönheit und mit seiner chromatischen Fuge korrespondiert das Werk auf besondere Weise mit der Chromatischen Fuge BWV 903 von Johann Sebastian Bach.

Ferruccio Busoni: Elegie „Meine Seele bangt und hofft zu Dir“
Claude Debussy: Suite „Pour le Piano“
Johann Sebastian Bach: Chromatische Fantasie und Fuge BWV 903
César Franck: Pélude, Choral et Fugue

Ensemble DaCuore

Das Ensemble DaCuore wurde 2012 von Ragna Schirmer gegründet, um das Herzensprojekt „Händel Concertos“ zu realisieren. Hierbei ging es darum, die Orgelkonzerte von Georg Friedrich Händel sowohl auf historischen wie auf modernen Instrumenten in Kleinstbessetzungen vom Trio bis hin zum großen Orchester jeweils plastisch und stilistisch höchst variabel vorzutragen. Diese Aufgabe fand ihren Höhepunkt im Erscheinen des Dreier-CD-Albums „Händel Concertos“.
Zahlreiche Auftritte des Ensembles über viele Jahre hinweg führten die Musiker ebenso zu anderen Komponisten und Komponistinnen, sehr erfolgreich auch im Jubiläums-Jahr 2019 mit Original-Programmen von Clara Schumann. Dabei spielt die Flexibilität der Musiker aus Halle, Leipzig und Dresden eine entscheidende Rolle, um sowohl die historische Aufführungspraxis als auch moderne Interpretationen gleichermaßen zu verstehen und in der Lage zu sein, sowohl mit modernem wie historischem Instrumentarium aufzutreten.
2020 widmet sich das Ensemble unter der Leitung von Birgit Schnurpfeil dem e-moll Klavierkonzert op. 11 von Frédéric Chopin in der Streichquintettfassung des Komponisten. Der Widmungsträger des Werkes, Friedrich Kalkbrenner, dem Chopin sehr verbunden war, spielt im Programm „Widmungen“ eine bedeutende Rolle.
Außerdem spielt Ragna Schirmer mit ihrem Ensemble die Klavierkonzerte des klassischen und romantischen Repertoires in reduzierten Besetzungen, genauso, wie es im 18ten und 19ten Jahrhunderts in den Salons üblich war.

Derzeitige Programme, andere auf Anfrage.

I.

Widmungen
Friedrich Kalkbrenner und Frédéric Chopin

Der Komponist und Pianist Friedrich Kalkbrenner war für Frédéric Chopin nicht nur ein großes Vorbild, sondern auch langjähriger Freund und Wegbegleiter. In Paris, der Stadt, die beide als ihren Lebensmittelpunkt ausgewählt hatten, fand ein reger künstlerischer Austausch statt, man traf sich in Salons und präsentierte die neuesten Werke. Als 1833 Kalkbrenner seine „Variations brillantes“ über die Mazurka op. 7, Nr. 1 von Chopin verfasste, bedankte sich dieser, indem er sein Klavierkonzert op. 11 dem Freund widmete. Dieses Konzert sollte in den Pariser Salons als kammermusikalische Fassung vorgetragen werden können, und so transkribierte Chopin den Orchesterpart in ein Streichquintett für zwei Violinen, Viola, Violoncello und Bass.

Frédéric Chopin: Mazurka op. 7, Nr 1
Friedrich Kalkbrenner: Variations brillantes über die Mazurka op. 7, Nr. 1 von Frederic Chopin op. 120
Friedrich Kalkbrenner: Klaviersextett op. 58
Frédéric Chopin: Klavierkonzert Nr. 1 e-moll op. 11 (Friedrich Kalkbrenner gewidmet)
in der Fassung des Komponisten für Klavier und Streichquintett

II.

Clara

Clara Schumann komponierte ihr hochvirtuoses Klavierkonzert op. 7 im Alter von 14 Jahren. Sie debuttierte mit dem Werk 1835 im Leipziger Gewandhaus unter der Leitung von Felix Mendelssohn. Im selben Konzert erklang das Capriccio brillant op. 22. Eine steile Karriere als Pianistin nahm ihren Anfang. Dass die junge Clara vor allem für ihre Interpretationen der Werke Ludwig van Beethovens beachtet und ausgezeichnet wurde, veranlasste sie, in ihren Konzertprogrammen vielfach die Werke des Meisters erklingen zu lassen. Zum vierten Klavierkonzert, welches ihr besonders am Herzen lag, komponierte sie eigene Kadenzen. Clara Schumann prägte wie keine andere Musikerin die künstlerische Welt des 19ten Jahrhunderts.

Felix Mendelssohn: Capriccio brillant h-moll op. 22
Clara Schumann: Klavierkonzert op. 7
Ludwig van Beethoven: Klavierkonzert Nr. 4 op. 58